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The Dilemma

Das Dilemma

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B2

Janina starts a new job in a bookstore and faces a dilemma with her school crush Torben.

Das Dilemma

Das Leben in Branntal ist einfach idyllisch. Trotz seiner geringen Grösse versprüht der Ort einen unvergleichlichen Charme. Man fühlt sich wie in einer grossen Familie, denn hier kennt jeder jeden. Heute ist ein besonderer Tag für mich, denn ich trete meine neue Stelle in einer Buchhandlung an. Auf diesen Moment habe ich lange hingefiebert. Denn seit meiner Kindheit träume ich davon, in einer Buchhandlung zu arbeiten.

Wie erwartet werde ich an meinem neuen Arbeitsplatz herzlich empfangen. Alle Mitarbeiter stehen im Kreis versammelt um mich herum und ich stelle mich kurz vor: «Guten Tag, ich heisse Janina und freue mich sehr, Teil Ihres Teams zu werden.» Ein Blick in die Runde bestätigt meinen ersten Eindruck: Alle Gesichter sehen mich freundlich an. Ich denke, hier werde ich mich wohlfühlen. Ein Kollege sticht mir besonders ins Auge – Torben. Sein Lächeln scheint mir vertraut, und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Wir waren auf derselben Schule, haben aber nie miteinander gesprochen. Schon damals fand ich ihn attraktiv und seine Anwesenheit löst eine wohlige Nervosität in mir aus.

Mein erster Tag verläuft reibungslos. Ich kann vielen Kunden mit persönlichen Buchempfehlungen weiterhelfen und es scheint, als würden meine Leidenschaft für Literatur und mein Enthusiasmus auf Anklang stossen.

Kurz vor Feierabend ergreife ich die Gelegenheit, Torben besser kennenzulernen. Doch gerade als ich mich ihm nähern will, beobachte ich, wie er ein Buch aus dem Regal nimmt und unauffällig in seine Tasche gleiten lässt. Mein Herz setzt aus – möchte er das Buch etwa stehlen? Er dreht sich um und blickt mich entspannt an. Sein Verhalten lässt mich stutzen. Wie kann er so gelassen bleiben, wo ich ihn auf frischer Tat ertappt habe?

«Hallo Janina», begrüsst er mich.

«Hallo Torben», erwidere ich, während ich versuche, meine Verwirrung zu verbergen.

«Wie war dein erster Tag bei uns?»

«Wunderbar, danke der Nachfrage. Und wie war dein Tag?», gebe ich zurück.

«Nichts Aussergewöhnliches, alles wie immer. Aber sag mal ... hättest du vielleicht Lust, am Wochenende mit mir ins Kino zu gehen? Es laufen einige interessante Filme.»

Ist das wirklich wahr? Fragt er mich tatsächlich nach einem Date? Überrumpelt und verwirrt starre ich kurz ins Leere, bevor Torbens Lächeln mich zurückholt.

«Was hältst du davon, Janina? Es könnte ein schöner Abend werden.»

Torben notiert seine Telefonnummer auf einem Zettel. Fasziniert beobachte ich jede seiner Bewegungen. Dann blicken wir uns tief in die Augen.

«Lass es mich wissen, sobald du dich entschieden hast. Dann können wir alles Weitere besprechen», schlägt er vor und geht mit dem Buch Richtung Ausgang. Ich stehe da, nicht imstande zu reagieren, und starre auf das leere Regal.

Nun stehe ich vor einem Dilemma: Soll ich den Diebstahl melden? Wenn ich Torben verrate, kann ich das Date natürlich vergessen. Doch will ich wirklich Teil seiner möglicherweise kriminellen Machenschaften werden? Ich möchte es mir nicht gleich am ersten Tag mit meiner Chefin und den Kollegen verscherzen. Was soll ich nur tun?

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